Wie gefährlich sind Genitalwarzen (Feigwarzen) wirklich?

Genitalwarzen zählen zu den Geschlechts-krankheiten.

Die nicht immer mit bloßem Auge sichtbaren Warzen werden sind auch unter den Namen Feigwarzen und Kondylome bekannt.

Verursacht werden sie durch Viren, die zur Familie der Humanen Papillomaviren gehören (HPV).

Was Sie über Feigwarzen bzw. Genitalwarzen auf jeden Fall wissen sollten

  1. Genitalwarzen sind ansteckend und werden durch eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) verursacht.
  2. Sowohl Frauen als auch Männer können von Genitalwarzen betroffen sein. Allerdings ist bei Frauen die Komplikationsrate deutlich höher.
  3. Genitalwarzen können durch geeignete Therapie entfernt werden, sie können aber wiederkommen, wenn die zugrunde liegende Infektion nicht mitbehandelt wird.

Was sind Genitalwarzen?

Feigwarzen sind eher weiche Wucherungen auf den weiblichen oder männlichen Genitalien. Ihnen liegt eine sexuell übertragbare Infektion zugrunde, die durch bestimmte Stämme des Humanen Papillomavirus (HPV) verursacht wird.

Feigwarzen können Schmerzen und Juckreiz verursachen. Sie besonders für Frauen eine Gefahr dar, weil einige HPV-Typen Gebärmutterhalskrebs und Krebs der Vulva (äußere Scheide) verursachen können.

Die Infektion mit dem HPV ist die häufigste aller Geschlechtskrankheiten. Sexuell aktive Männer und Frauen können sich mit dem Virus anstecken, was dann zu Genitalwarzen führen kann. Die Erkrankung muss unbedingt von ärztlicher Seite behandelt werden.

Wie äußern sich die Symptome der Genitalwarzen?

Genitalwarzen, die durch sexuelle Aktivität einschließlich oralem, vaginalen und Analsex übertragen werden, entstehen mehrere Wochen oder Monate nach der Infektion.

Die Feigwarzen sind nicht immer auch für das menschliche Auge sichtbar, denn sie können sehr klein sein. Sie sind meist hautfarben oder ein wenig dunkler. Die Oberseite der Wucherungen ist of Blumenkohl-ähnlich und fühlt sich glatt oder leicht holprig an. Sie treten sowohl einzeln als auch in Gruppen auf.

Genitalwarzen können bei Männern in folgenden Bereichen auftreten:

  • Penis
  • Hodensack
  • Leiste
  • Oberschenkel
  • Im Anus oder im Bereich des Anus

Genitalwarzen können bei Frauen in folgendenen Bereich erscheinen:

  • innerhalb der Vagina oder des Anus
  • außerhalb der Vagina oder des Anus
  • im Gebärmutterhals

Genitalwarzen können ebenso auf den Lippen, aber auch im Mund, auf der Zunge oder im Rachen einer Person auftreten, falls die Person Oralsex mit einer infizierten Person hatte.

Auch wenn die Genitalwarzen (noch) nicht sichtbar sind, können sie dennoch Symptome verursachen wie beispielsweise:

  • vaginaler Ausfluss
  • Juckreiz
  • Blutungen
  • Brennen

Spätestens wenn sich die Feigwarzen ausbreiten oder vergrößern, wird die Sache sehr unangenehm und schmerzhaft.

Was ist die Ursache von Genitalwarzen?

Wie gesagt, Genitalwarzen werden (in den allermeisten Fällen) durch HPV verursacht. Es gibt 30 bis 40 HPV-Stämme, die speziell auf den Genitalien vorkommen, aber nur wenige davon verursachen tatsächlich Genitalwarzen.

Das HPV-Virus ist hoch ansteckend bei Hautkontakt. Deswegen zählt es zu den sogenannten Geschlechtskrankheiten. Hier gilt Behandlungspflicht.

Tatsächlich ist HPV so verbreitet, dass die meisten sexuell aktiven Menschen es irgendwann bekommen. Das Virus führt jedoch nicht automatisch zu Komplikationen wie Genitalwarzen. Oftmals verschwindet das Virus von selbst, ohne gesundheitliche Probleme zu verursachen – besonders wenn bei den Betroffenen das Immunsystem intakt ist.

Die HPV-Stämme, die Genitalwarzen verursachen, unterscheiden sich von den HPV-Stämmen der Warzen an Händen oder anderen Körperteilen. Deswegen kann sich eine Warze nicht von Hand oder Fuß auf den Genitalbereich ausbreiten – auch umgekehrt ist dies nicht möglich.

Risikofaktoren für Genitalwarzen

Generell kann man sagen: mit zunehmender sexueller Aktivität steigt auch das Risiko, sich mit einem HPV anzustecken.

Genitalwarzen sind jedoch häufiger bei

  • Menschen unter 30 Jahre
  • Rauchern
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen, die in der Kindheit missbraucht wurden
  • Kindern einer Mutter, die das Virus während der Geburt hatte

Gibt es auch andere mögliche Komplikationen von HPV?

Wie gesagt, HPV ist die Hauptursache für Krebs im Gebärmutterhals. Es kann auch präkanzeröse Veränderungen an den Zellen des Gebärmutterhalses verursachen. Dies wird dann Dysplasie genannt und ist eine Vorstufe zum Krebs.

Andere Arten von HPV können auch Krebs der Vulva verursachen, ebenso auch Penis- sowie Analkrebs.

Wie werden Feigwarzen diagnostiziert?

Ihr Arzt wird die vermuteten Stellen körperlich untersuchen und Fragen zu Ihrer Gesundheit und zur Ihrer sexuellen Vorgeschichte stellen. Er wird nach o.g. Symptomen fragen und ob Sie ungeschützten Sex (einschließlich Oralsex) hatten.

Untersuchung bei Frauen

Bei Frauen muss auch eine innere Untersuchung erfolgen. Diese umfasst die Vagina, den Gebärmutterhalses, die Gebärmutter sowie die Eierstöcke.

Ihr Arzt kann auch einen Abstrich machen, um Zellen aus Ihrem Gebärmutterhals zu entnehmen. Diese Zellen können dann auf das Vorhandensein von HPV getestet werden. Bestimmte HPV-Typen können bei einem Abstrich zu abnormalen Ergebnissen führen, was dann auf präkanzeröse Veränderungen hinweisen kann. Wenn Ihr Arzt diese Anomalien feststellt, müssen Sie möglicherweise in Zukunft häufiger zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Wenn Sie eine Frau sind und besorgt sind, dass Sie sich mit einer Form von HPV, die Gebärmutterhalskrebs verursachen könnte, angesteckt haben, kann Ihr Arzt sogar einen DNA-Test durchführen, um den genauen HPV-Typ zu bestimmen.

Wie werden Feigwarzen behandelt?

Während sichtbare Genitalwarzen oft mit der Zeit von alleine verschwinden, kann sich HPV selbst zurückziehen und noch in Ihrem Körper verweilen. Dies bedeutet, dass Sie im Laufe Ihres Lebens mehrere Ausbrüche haben können (ähnlich wie dies beispielsweise bei der Gürtelrose der Fall ist).

Deswegen ist es wichtig, andere Symptome der Erkrankung zu beobachten, um die Übertragung des Virus auf andere Personen zu vermeiden. Feigwarzen können auch an andere weitergegeben werden, selbst wenn keine Warzen sichtbar oder andere Symptome spürbar sind.

Wahrscheinlich möchten Sie aufgrund der Symptome oder wegen ihres Aussehens die Genitalwarzen behandeln. Sie können hierzu jedoch keine üblichen Warzenmittel verwenden, die für sonstige Warzen and Händen oder Füßen verfügbar sind.

Ihr Arzt kann Warzenmittel mit folgenden Wirkstoffen zur lokalen Anwendung verschreiben:

  • Imiquimod (Aldara)
  • Podophyllin und Podofilox (Condylox)
  • Trichloressigsäure (TCA)

Wenn sichtbare Warzen nicht mit der Zeit verschwinden, kann möglicherweise ein kleiner chirurgischer Eingriff zur Entfernung notwendig sein. Alternativ kann der Arzt auch zu einem der folgenden Verfahren greifen:

  • Elektrokauterisierung, Abbrennen der Warzen mit elektrischen Strömen
  • Kryochirurgie Vereisen der Warzen
  • Laserbehandlungen
  • Exzision oder Abschneiden von Warzen
  • Injektionenen mit Interferon

Bei Frauen, bei denen Genitalwarzen diagnostiziert wurden, müssen möglicherweise alle drei bis sechs Monate nach der Erstbehandlung Abstriche durchgeführt werden.

Dies ermöglicht Ihrem Arzt, Veränderungen im Gebärmutterhals zu überwachen. Dies ist wichtig, weil möglicherweise ein höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs besteht. Die HPV-Stämme, die Genitalwarzen verursachen, gelten selbst als risikoarm für die Entstehung von Krebs. Sie könnten jedoch zusätzlich auch noch andere HPV-Stämme haben, von denen einige Ihr Krebsrisiko erhöhen könnten.

Hausmittel für Genitalwarzen

Wie gesagt, Sie sollten keine frei verkäuflichen Präparate für Hand- oder Fußwarzen auf Genitalwarzen anwenden. Hand- und Genitalwarzen werden durch verschiedene HPV-Stämme verursacht. Diese falschen Behandlungen können mehr Schaden anrichten als nützen.

Zwar werden einige Hausmittel als hilfreich bei der Behandlung von Genitalwarzen angepriesen, es gibt aber keine wissenschaftlichen Nachweise. Konsultieren Sie deswegen immer Ihren Arzt, bevor Sie ein Hausmittel ausprobieren.

Wie man Genitalwarzen vorbeugt

HPV-Impfstoffe mit der Bezeichnung Gardasil und Gardasil 9 schützen Männer sowie Frauen vor den häufigsten HPV-Stämmen, die Genitalwarzen verursachen. Sie können auch vor HPV-Stämme schützen, die mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden. Ein Impfstoff namens Cervarix ist ebenfalls erhältlich. Dieser Impfstoff schützt vor Gebärmutterhalskrebs, jedoch nicht vor Genitalwarzen.

Beide Arten von Impfstoff sollten verabreicht werden, bevor die Person sexuell aktiv wird, da sie dann am wirksamsten sind.

Auch die Verwendung von Kondomen kann das Risiko von Genitalwarzen reduzieren.

Fazit

Genitalwarzen sind eine Komplikation der Infektion mit dem Humanen Papillom Virus, die häufig vorkommt und gut zu behandeln ist. Sie können mit der Zeit von alleine verschwinden, aber eine systematische Behandlung der Virusinfektion ist wichtig, um ein erneutes Auftreten und damit mögliche Komplikationen langfristig zu verhindern.

Falls Sie Genitalwarzen bei sich vermuten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um feststellen, ob Sie tatsächlich Genitalwarzen haben und um die besten Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Sexualpartner sprechen. Auch wenn es vielleicht zunächst schwerfällt, ist es wichtig, offen mit der Erkrankung umzugehen, um Ihren Partner vor einer HPV-Infektion und Genitalwarzen zu schützen.

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1 Kommentar
Wie bekommt man Warzen weg – schnell und effektiv? - Hilfe bei Warzen sagt

[…] Feigwarzen können im Genitalbereich, am Anus und im Mund entstehen. Sie ähneln äußerlich einem Hahnenkamm. In den allermeisten Fällen werden diese schmerzhaften Warzen durch Geschlechtsverkehr übertragen. Sie sollten unbedingt vom Facharzt (Urologe, Gynäkologe oder Hautarzt) abgeklärt werden, anschließend kann man die Feigwarzen auch selbst vereisen. […]

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