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Warzen einfach weglasern – tut das weh und was kostet das?

Es gibt unzählige Mittel und Therapien gegen Warzen.

Eine davon ist die Laserbehandlung beim Hautarzt, umgangssprachlich auch einfach Warzen weglasern genannt.

Aufgrund der im Vergleich zu anderen Therapien relativ hohen Kosten ist dies aber meistens die letzte Option, die gezogen wird.

Zudem verläuft diese Form der Behandlung nicht immer schmerzfrei; es können teils starke Schmerzen auftreten (2).

Eine Laserbehandlung von Warzen kostet im Schnitt zwischen 50 und 200 Euro (3). Der genaue Preis hängt jedoch von der Warzenart ab und wie groß bzw. tief die Warze ist.

Ihr Hautarzt wird Ihnen eine genaue Kostenaufstellung machen können. Diese Kostenaufstellung ist kostenlos und Sie können sich danach entscheiden, ob Sie sich auf die Behandlung einlassen möchten oder nicht. Es ist auch empfehlenswert ein Alternativangebot von einem anderen Hautarzt einzuholen, damit Sie einen Preisvergleich haben.

Ich würde Ihnen raten, dies auch zu tun, da es zu erheblichen Preisunterschieden bei unterschiedlichen Hautärzten kommen kann. Zwar sind Ärzte an die ärztliche Gebührenordnung gebunden (4), doch können bei Privatbehandlungen unterschiedliche Kostenfaktoren verwendet werden, so dass es dann zu diesen unterschiedlichen Preisen kommen kann.

Die Kosten werden Sie in der Regel selbst tragen müssen, denn nur selten ist die Entfernung einer Warze aus medizinischer Sicht wirklich notwendig; in vielen Fällen liegen kosmetische und ästhetische Gründe vor. Ihre Krankenkasse sieht leider nicht die Notwendigkeit, solche Kosten zu übernehmen (1).

Wie schmerzhaft ist eine Laserbehandlung?

Das kommt ganz darauf an, wem man Glauben schenkt.

Patienten berichten in Foren teilweise von starken anhaltenden Schmerzen nach der Lasertherapie.

Die Wallensteinklinik, Fachklinik für medizinische Laserbehandlungen, spricht von einer „gründlichen Entfernung der Warze mit einem schonendem Verfahren ohne Narbenbildung. Zudem sei die Gefahr des Nachwachsens sehr gering“. Selbst bei dieser doch recht positiv gehaltenen Beschreibung wird aber nur von einem schonenden, nicht aber von einem schmerzfreien Verfahren gesprochen.

Betrachten wir das Verfahren ein wenig genauer. Die operative Entfernung der Warze selbst geschieht unter lokaler Betäubung. Hierzu wird auf den zu behandelnden Hautbereich vor der Behandlung ein Mittel zur oberflächlichen Hautanästhesie aufgetragen. Durch die Betäubung ist somit das Weglasern selbst schmerzfrei – vorausgesetzt die lokale Betäubung wurde korrekt ausgeführt.

Beim Lasern wird die Warze Schicht für Schicht abgetragen. Es ist einleuchtend, dass die Wunde umso größer wird, je tiefer die Warze und je mehr Schichten während einer Laserbehandlung abgetragen werden. Und je größer die Wunde, desto größer die Schmerzen.

Bei der Laserentfernung von Warzen an Händen und Füßen müssen die entstehenden offenen Wunden meist mehrere Tage mit einem desinfizierenden Verband versorgt werden. Anschließend sind regelmäßige Kontrolltermine bis zum vollständigen Schluss der Wunde notwendig.

Ich möchte nochmals auf die o.g. Wallensteinklinik zurückzukommen. Diese empfiehlt nämlich:

„Zur Entfernung von Warzen mit dem Laser sind in jedem Fall mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen erforderlich. Anzahl und Dauer der Sitzungen hängen von Größe und Verteilung der Warzen ab.“

Dies macht meiner Meinung nach absolut Sinn. Indem die Warze in mehreren Laser-Sitzungen abgetragen wird, kommt es zu weniger tiefen Wunden. Dies führt zu weniger Schmerzen und einer geringeren Gefahr der Narbenbildung. Einziger Nachteil: dieses schonendere Verfahren mit mehreren Laserbehandlungen ist entsprechend teurer.

Wie wirkt der Laser?

Während bei der Kryotherapie (Vereisen) die Warzenzellen mit sehr niedrigen Temperaturen zerstört werden, basiert die Wirkweise des Lasers auf extremer Hitze.

Beim Laser werden in kurzen Impulsen Lichtstrahlen mit großer Energie auf die Haut abgegeben. Dort werden sie von der Haut, genauer gesagt von den Hautzellen, absorbiert. Durch die entstehende extreme Hitze sterben die Zellen ab und das Gewebe wird somit zerstört.

Man hat herausgefunden, dass bestimmte Wellenlängen nur von Warzengewebe absorbiert werden, nicht aber von gesundem Hautgewebe. Damit ist eine sehr gezielte Behandlung des Warzengewebes möglich, während gleichzeitig der umliegende gesunde Hautbereich geschont wird.

Es wird aber nicht nur das Gewebe, auch die Viren selbst werden durch die Hitze zerstört. Es ist von enormer Bedeutung, dass alle Viren abgetötet werden, um zu verhindern, dass die Warze aufgrund einiger überlebender Viren wiederkommen kann.

Ein weiterer Aspekt ist die Verödung der Blutgefäße, die die Warzen versorgen. Veröden bedeutet, dass die Blutgefäße durch den Laser langfristig geschlossen werden. Dadurch erhält die Warze keine Nährstoffe mehr, was folglich zum Absterben der Warze führt.

Es sind also drei Punkte, die die Wirksamkeit des Lasers ausmachen:

  1. Abtöten der Warzen-Zellen
  2. Eliminierung der Viren
  3. Verschluss der Blutgefäße, die die Warze versorgen.

Wie läuft eine Laserbehandlung ab?

1. Besuch beim Hautarzt

Zuallererst sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Lassen Sie sich am besten vor dem Termin eine Überweisung von Ihrem behandelnden Hausarzt zum Hautarzt ausstellen. Ihr Hautarzt kann sich Ihre Warze(n) anschauen und feststellen, ob eine Laserbehandlung für Ihre Warze überhaupt in Frage kommt.

Er kann Ihnen auch beantworten, ob er eine medizinische Notwendigkeit zum Entfernen der Warze sieht und ob die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernehmen könnte. Machen Sie sich aber keine allzu großen Hoffnungen, dies wäre die absolute Ausnahme.

Falls eine Behandlung in Frage kommt, bitten Sie Ihren Hautarzt, Ihnen einen Kostenvoranschlag für die anstehende Behandlung zu machen. Diese sind zwar in den seltensten Fällen rechtlich verbindlich, aber Sie wissen dann, auf welchen Preisrahmen Sie sich einzustellen haben.

Halten Sie den Preis für angemessen, können Sie dann einen Termin für die Laserbehandlung vereinbaren. Falls nicht, können Sie noch einen anderen Hautarzt aufsuchen und sich dort ebenfalls kostenlos einen Kostenvoranschlag erstellen lassen.

2. Laserbehandlung

Vor der eigentlichen Behandlung wird meist noch eine schmerzstillende Salbe aufgetragen oder eine kleine Spritze mit einem lokalen Betäubungsmittel injiziert. Bis die betäubende Wirkung eintritt, muss dauert es meist ca. 10-15 Minuten.

Die eigentliche Laserbehandlung dauert im Allgemeinen selten länger als 20 Minuten. Bei einer Warzenbehandlung mit dem Laser können Sie mit wenigen Minuten rechnen.

3. Nachversorgung

Die durch die Laserbehandlung entstandene Wunde muss in den ersten Tagen intensiv nachversorgt werden, um eine Infektion der Wunde zu vermeiden. Den dann entstandenen Schorf auf der Wunde sollte man in Ruhe abheilen lassen. Bis die Wunde komplett verheilt ist, sind meist mehrere Wochen nötig. Des Weiteren sollte nach dem Lasern die betroffene Hautstelle für 4-6 Wochen keiner intensiven UV-Strahlung (Sonnenlicht) ausgesetzt werden.

Falls nicht von vornherein mehrere Laserbehandlungen geplant waren, so kann es dennoch vorkommen, dass die Warze nicht vollständig entfernt werden konnte oder dass die Warze nochmals nachgewachsen ist. In diesem Falle wäre eine weitere Nachbehandlung mittels Laser notwendig.

Wie sind die Erfolgsaussichten des Laserns?

In einer Studie mit insgesamt 199 Menschen, die erstmals unter Warzen an der Fußsohle litten, wurde die Wirksamkeit unterschiedlicher Laserarten und der Kryotherapie (Vereisen) verglichen (5).

Am besten schnitt die Behandlung mit dem gepulsten Farbstofflaser ab. Hier war die Rückfallquote am geringsten. Insgesamt 74% aller mit diesem Laser behandelten Patienten waren nach 6 Monaten immer noch beschwerdefrei. Dies bedeutet allerdings, dass selbst bei der besten Methode die Rückfallquote immerhin noch bei 26% liegt. Das bedeutet, bei mehr als einem Viertel aller Patienten sind die Warzen wieder zurückgekommen.

Lohnt sich eine Laserbehandlung?

Wie bereits oben erwähnt: die Laserbehandlung ist (zusammen mit der chirurgischen Entfernung) die letzte Option, die gewählt wird – zum einen aufgrund der relativ hohen Kosten im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden, zum anderen aufgrund der Intensität des Eingriffs mit den entsprechenden Wunden, die entstehen.

Wer glaubt, man könne sich die anderen Behandlungsversuche wie Verätzen oder Vereisen sparen und gleich mit dem Laser Tabula rasa machen, um seine Warze schnell und ein für allemal loszuwerden, den muss ich leider enttäuschen. Schonend ist die Laserbehandlung lediglich im Vergleich zu einer chirurgischen Entfernung.

Stellen Sie sich also die Frage, ob sie bereits wirklich alles unternommen haben, um Ihre Warze loszuwerden:

  1. Sie sollten mindestens schon einen Behandlungsversuch mit ätzenden Mitteln oder mit Vereisungssprays hinter sich haben.
  2. Haben Sie etwas zur Stärkung Ihres Immunsystems unternommen? Ausreichend Schlaf, wenig Stress, Bewegung an der frischen Luft, genügend Sonnenlicht sowie gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse können wahre Wunder wirken. Auch pflanzliche Immun-Booster wie beispielsweise Heilpilze können Sie unterstützen.
  3. Raucher haben, auch nach der Laserbehandlung, übrigens ein 5-fach erhöhtes Rückfallrisiko. Falls Sie noch rauchen, sparen Sie sich lieber das Geld für die Laserbehandlung und investieren Sie es in ein Rauch-Entwöhn-Programm. Das ist vielleicht nicht der Tipp, den Sie erwartet haben. Aber ihr Körper, außer Ihre Warzen, wird Ihnen langfristig dankbar sein.
  4. Nicht zuletzt sollten Sie sich auch überlegen, ob die Entfernung der Warze wichtig genug ist, um die Kosten und auch die möglichen Nebenwirkungen wie Schmerzen und Narbenbildung auf sich zu nehmen.

Fazit und letzter Tipp

Falls Sie bisher alles Mögliche probiert haben und nichts geholfen hat, kann das Weglasern der Warze in der Tat die letzte Option für Sie sein.

Suchen Sie sich in diesem Falle einen Hautarzt, der in der Laserbehandlung Erfahrung hat. Achten Sie auf folgende Kriterien:

  1. Gehen Sie auf die Homepage und beurteilen Sie, wie umfassend und informativ der Bereich über die Laserbehandlung ist.
  2. Stehen dem Hautarzt unterschiedliche Laserarten zur Verfügung, damit er den passenden für Sie auswählen kann.
  3. Stellen Sie dem Hautarzt kritische Fragen, auch wenn Ärzte dies nicht so sehr mögen. Fragen Sie nach den Erfolgsaussichten, nach Rezidivrate, nach Komplikationen wie Schmerzen oder Narbenbildung. Fragen Sie nach seinen Erfahrungen mit der Laserbehandlung bei Warzen.
  4. Screenen Sie mindestens drei Ärzte und vertrauen Sie dann bei der Entscheidung für einen Arzt auf Ihr Bauchgefühl!
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