Verätzende Warzenmittel aus der Apotheke sind meist die erste Wahl, wenn es um die Therapie von Warzen geht.

Meist kommt der Wirkstoff Salicylsäure zum Einsatz, eher seltener die Milchsäure oder die Trichloressigsäure.

Doch wie lange dauert die Therapie?

Wann kann ich damit rechnen, dass ich wieder warzenfrei bin?

 

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In der Regel benötigt die Ablösung der Warze mit säurehaltigen verätzenden Mitteln zwischen sechs und zwölf Wochen (1). Das Mittel muss aber konsequent mindestens einmal täglich angewandt werden. In der Warzenbehandlung ist also Geduld und Disziplin gefragt.

Wie funktioniert das Verätzen?

Die Wirkweise von säurehaltigen Warzenmitteln beruht auf der schichtweisen Ablösung der oberen Hautschichten der Warze. Der gesamte Vorgang muss solange wiederholt werden, bis auch die letzte unterste Schicht der Warze durch das Mittel abgetragen wurden.

Im Detail sind dazu folgende Schritte nötig, die immer wieder ausgeführt werden, bis man schließlich das Ziel, die gesamte Warze abzulösen, erreicht hat.

1. Schritt: Vorbereitung

Bevor Sie das Warzenmittel auf die Warze auftragen, sollten Sie totes Hautgewebe entfernen. Denn dieses tote bereits abgestorbene Gewebe überdeckt meist die Warze und sie könnten dann das Warzenmittel nicht effektiv auf die Warze auftragen.

Abgestorbene Haut erkennen Sie daran, dass die Haut gefühllos und ganz weiß ist, da sie nicht mehr durchblutet wird. Diese weiße tote Haut resultiert von vorigen Anwendungen, d.h. beim allerersten Auftragen können Sie diesen Schritt auslassen.

Als vorbereitende Maßnahme sollten Sie deswegen ihre Warze ca. 5-10 Minuten in lauwarmen Wasser einweichen. Je nach Körperstelle können Sie hierzu unterschiedlich vorgehen.

  1. Befindet sich die Warze an Hand oder Fuß, dann suchen Sie sich eine kleine Wanne geeigneter Größe und füllen es mit lauwarmem Wasser. Anschließend einfach den Finger oder den Fuß in die Wanne stellen/legen und am besten die vollen zehn Minuten abwarten.
    Tipp: Falls Sie zuhause Pulver für Basenbad haben, dann geben Sie ein wenig von diesem Pulver in das Wasser. Dies hilft einerseits beim Aufweichen der toten Haut und soll andererseit auch gegen die Warze selbst wirken.
  2. Befindet sich die Warze an einer Körperstelle, die schlecht in eine Schüssel einzutauchen ist, können Sie auch ein Vollbad
  3. Nach 10 Minuten ist Ihre Haut aufgeweicht und kann leicht von Ihnen bearbeitet werden. Abstehende Hautfetzen können Sie jetzt am besten mit einer kleinen Nagelschere vorsichtig abschneiden. Befindet sich die abgestorbene Haut noch direkt über der Warze, dann sollten sie versuchen, diese mit einem Bimsstein oder alternativ mit einer Nagelfeile vorsichtig abzutragen. Dies hört sich im ersten Moment so an, als könne es wehtun. Bedenken Sie aber, dass die Haut ja bereits abgestorben und deswegen auch schmerzfrei ist. Achten Sie darauf, die hier verwendeten Utensilien wie Nagelschere, Nagelfeile und Bimsstein wegen der Ansteckungsgefahr mit niemand anderem zu teilen.

Ergebnis: Sie haben jegliche tote Haut entfernt und somit freie Sicht auf die Warze.

2. Schritt: Auftragen des Warzenmittels

Jetzt ist es an der Zeit, das verätzende Mittel aufzutragen. Am besten eignet sich hierzu ein Wattestäbchen. Mit diesem kann das Warzenmittel sehr gezielt nur auf die Warze aufgebracht werden. Tränken Sie hierzu das Wattestäbchen vorsichtig in dem Warzenmittel und geben nur einen minimal kleinen Tupfer auf die Warze.

Es ist äußerst wichtig, dass das Warzenmittel nur auf die Warze kommt und nicht auf die umliegende gesunde Haut. Dies würde nur dazu führen, dass sich auch die gesunde Haut mit auflöst, was dann zu unnötigen Schmerzen führen würde.

Mein Tipp zum Schutz der umliegenden gesunden Haut

Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, zusätzlich vor dem Aufbringen des ätzenden Warzenmittels die Haut ringsum die Warze mit Vaseline einzucremen. Die Vaseline wirkt dann wie eine Schutzmauer und verhindert, dass das säurehaltige Mittel von der Warze auf die gesunde Haut fließen könnte.

Warten Sie jetzt einige Minuten, bis das Warzenmittel eingezogen ist. Anschließend können Sie ein Pflaster über die Warze kleben und die gesamte Prozedur ist (bis zum nächsten Mal) beendet.

Wie oft muss dieser Vorgang ausgeführt werden?

Bei den ersten Malen können die oben genannten Schritte einige Zeit dauern. Sie werden aber sehen, dass sich mit der Zeit Übung und Routine einstellt und Sie die Schritte auch im Halbschlaf ausführen können.

Wie oben bereits erwähnt, kann es Wochen bis Monate dauern, bis die Warze verschwunden ist. Und Sie sollten das Mittel mindestens täglich auftragen, noch besser wäre es sogar zwei-bis dreimal täglich. Da dreimal täglich für die meisten Menschen nicht realistisch ist z.B. aufgrund der Berufstätigkeit, schlage ich vor, das Warzenmittel sowohl morgens als auch abends aufzutragen.

Tipp zur Verminderung des Rückfallrisikos

Führen Sie die Therapie noch mindestens 2 Wochen weiter, nachdem die Warze verschwunden ist. Damit gehen Sie sicher, dass Sie auch noch evtl. nicht sichtbare Bereiche der Warze und die Warzenviren eliminieren. Dadurch vermindern Sie das Rückfallrisiko, dass die Warze wiederkommt, erheblich. Bedenken Sie, dass Sie wahrscheinlich mehrere Wochen oder Monate gebraucht haben, bis Sie die Warze losbekommen haben. Dann sollte es auf diese zwei Wochen auch nicht mehr ankommen. Eine tägliche Anwendung in diesen zwei Wochen sollte ausreichen, es ist also keine mehrfache Anwendung mehr nötig, wenn Sie dies zuvor getan hatten.

Alternative Säure

Falls Ihnen dies zu aufwendig ist, sollten Sie mal nach Warzenmittel mit Ameisensäure Ausschau halten. Diese müssen nur einmal in der Woche aufgetragen werden, weil sie eine andere Wirkweise haben. Im Gegensatz zu Mitteln mit den Wirkstoffen Salicylsäure, Milchsäure und Trichloressigsäure, die die Haut schichtweise abtragen, soll die Ameisensäure zur Austrocknung der Warze führen, bis sie schließlich abfällt.

Wie wirksam ist das Verätzen?

Bei täglicher Anwendung […] lassen sich laut einer Studie innerhalb von drei Monaten Heilungsraten von 67% bis 84% erreichen (3).

Einer anderen Studie aus dem British Journal of Dermatology von 2011 zufolge ist Salicylsäure (neben Vereisung) die einzige Selbstbehandlungsmethode, die im Vergleich zu Placebos signifikant besser abschneidet (4).

Deswegen und aufgrund seiner geringen Kosten ist Salicilysäure die erste Wahl bei Warzenmitteln.

Ich würde Ihnen jedoch unbedingt empfehlen, parallel zur lokalen Therapie mit Salicylsäure noch Ihr Immunsystem zu stärken. Denn bei all dem Mittel auftragen und abgestorbene Haut abschneiden und abtragen sollte man nicht vergessen, dass es sich bei Warzen immer noch um eine Virenerkrankung handelt. Die Stärkung Ihres Immunsystems könnte die Gesamtbehandlungsdauer verkürzen; noch wichtiger aber: sie kann die Wahrscheinlichkeit, dass die Warze wiederkommt, verringern, sprich: Ihr Rückfallrisiko senken.

Wie lange bleibt eine Warze ohne Therapie?

In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) werden Warzen auch 1000-tägiger Ausschlag genannt. Tatsächlich ist es so, dass Warzen sehr hartnäckig sind und sehr lange bestehen bleiben können.

Studien zufolge kann man etwa mit folgenden Zeiten rechnen (4):

  1. Ein Drittel der Warzen verschwindet innerhalb der ersten drei Monate
  2. Etwa die Hälfte der Warzen verschwindet innerhalb eines Jahres.
  3. Nach zwei Jahren sind immerhin zwei Drittel der Warzen

Man könnte auch sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Warze verschwindet, mit dem Alter der Warze sinkt:

  1. 33% aller Warzen verschwinden in den ersten drei Monaten von alleine wieder.
  2. In den Monaten 3-6 verschwinden nur noch ca. (50%-33%)/3 = 5,67%.
  3. In den Monaten 12-15 verschwinden nur noch (66%-50%)/4 = 4%.

Falls Sie die Warze nicht stört, falls sie keine Schmerzen verursacht, nicht größer wird und sich auch nicht vermehrt, können Sie also getrost erstmal in Ruhe abwarten, ob Ihre Warze nicht auch von selbst verschwindet. Oder Sie versuchen es erstmal mit schonenden pflanzlichen Mitteln wie beispielsweise Teebaumöl.

Nur bei Dornwarzen würde ich Ihnen raten, die Therapie nicht allzu lange aufzuschieben. Denn diese Warzen an der Fußsohle bilden mit der Zeit Stachel (Dorne) aus, die in die Tiefe wachsen und dann umso schwieriger zu entfernen sind. Bei Feig- und Genitalwarzen sollten Sie sowieso gleich zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten bzw. Frauen zum Gynäkologen gehen.

Wie lange benötigen andere Therapien?

Beim Vereisen der Warze können Sie damit rechnen, dass Sie etwa 3-4 Behandlungen im Abstand von 3-4 Wochen benötigen (4). Dies bedeutet, dass Sie mit einem Gesamtzeitraum von etwa 9-12 Wochen rechnen können. Die Gesamtdauer der Therapie ist also vergleichbar mit der Salicylsäure-Therapie. Allerdings ist der Aufwand für das Vereisen deutlich geringer, da Sie hier lediglich 3-4 Anwendungen benötigen im Vergleich zu der täglichen Anwendung des salicylsäurehaltigen Warzenmittels.

Für die meist schonenderen Therapien mit Hausmitteln oder pflanzlichen Mitteln gibt es leider keine aussagekräftigen Studien, so dass für diese Therapien keine Aussage gemacht werden kann.

Dem Hautarzt stehen natürlich radikalere Therapien wie Laserbehandlung oder chirurgischer Eingriff zur Verfügung. Diese Methoden kommen allerdings nur bei  äußerst hartnäckigen Warzen zum Einsatz, die alle anderen vorigen Behandlungsversuchen überlebt haben. Die Warzen sind hier zwar meist schnell entfernt, oftmals kommt es aber zu Schmerzen nach der Behandlung. Diese Verfahren müssen sich eher an der Rückfallquote messen lassen, also wie nachhaltig sie die Warze entfernen konnten, ohne dass die Warze wieder kommt.

Fazit

Die Warzentherapie gehört zusammen mit dem Vereisen zu den effektivsten Selbstbehandlungs-methoden. Dennoch müssen Sie mit einer Behandlungsdauer von 6-12 Wochen rechnen bei regelmäßiger täglicher Anwendung.

Leider gibt es für Warzen noch nicht die Wundertherapie. Aber mit Ausdauer, Geduld und Disziplin werden Sie ihre Warze loswerden. Vergessen Sie nicht, die Warze nach dem Verschwinden noch vorbeugend zwei Wochen weiterzubehandeln, damit sie nicht wiederkommt.

Quellen:

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