Warzen – woher kommen sie eigentlich?

Sie entstehen scheinbar aus dem Nichts – Warzen. Oftmals bleiben Sie für sehr lange Zeit bestehen und manchmal verschwinden sie genauso schnell wie sie gekommen sind. In selteneren Fällen vermehren sich die Warzen auch und breiten sie sich aus.

Doch viele wissen nicht, wo die Warzen herkommen. Warum entstehen sie und was ist die Ursache?

Warzen werden durch Viren verursacht. Es handelt sich hierbei nicht um beliebigen Viren, sondern um Viren aus der Familie der Humanen Papillomviren (HPV). Diese Viren führen zur Infektion der obersten Hautschicht, welche dann zu wuchern beginnt, so dass eine Warze entsteht. Somit sind Warzen nichts anderes als Hautwucherungen, die durch eine Infektion mit einem HPV ausgelöst wurden.

Was sind Viren?

Viren sind Erreger von Krankheiten, ihr Name leitet sich vom Lateinischen (Virus=Gift) ab. Bisher konnte man ungefähr 3.000 unterschiedliche Virenarten identifizieren. Es gibt vermutlich aber noch viel mehr von diesen infektiösen Partikeln.

Viren sind extrem klein, noch deutlich kleiner als Bakterien. Ihre Größe liegt je nach Virenstamm zwischen 0,02 und 0,2 µm (µm=ein Millionstel Meter). Bakterien haben zum Vergleich eine Größe zwischen 1 und 10 µm, sind somit bis zu 5.000 mal größer.

Anders als Bakterien sind sie per Definition keine Lebewesen, denn sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und können sich auch nicht selbständig reproduzieren.

Es gibt viele Krankheiten, für die Viren verantwortlich sind:

  1. Aids/HIV
  2. Hepatitis A-E
  3. Herpes
  4. Influenza (die echte Grippe)
  5. Erkältungen
  6. Masern
  7. Mumps
  8. Röteln
  9. Pfeiffersches Drüsenfieber
  10. Tollwut
  11. und viele viele andere

Wie sind Viren aufgebaut?

Viren bestehen – vereinfacht ausgedrückt – hauptsächlich aus Erbinformationen, die in Form von DNA und RNA codiert ist. Diese Erbinformationen in eine Hülle gepackt – ein Virus ist nicht viel mehr als das.

Die Erbinformationen enthalten das Programm des Virus zu seiner Vermehrung und seiner Verbreitung. Der Virus ist aber nicht dazu in der Lage, dieses Programm selbst abzuspielen. Genau hierzu benötigt der Virus eine sogenannte Wirtszelle, die er zuvor infizieren muss.

Genau dies ist auch der Grund, warum ein Virus überhaupt Interesse hat, im Menschen (oder auch bei Tieren und sogar Pflanzen) eine Infektion auszulösen. Denn durch die Infektion gelingt es dem Virus, sich massiv zu vermehren.

Wie vermehren sich Viren?

Nachdem der Virus in die Wirtszelle eingedrungen ist, gibt er sein Erbgut in die Zelle frei. Die Wirtszelle ist ständig damit beschäftigt, eigene Zellbausteine herzustellen, die durch die eigene DANN codiert sind. Da nun aber auch DNA und RNA des Virus in der Zelle vorhanden ist, stellt die Wirtszelle jetzt nicht nur eigene Zellbausteine her, sondern auch Teile des Virus, die schließlich zu dem kompletten Virus zusammengesetzt werden.

Nachdem die Wirtszelle auf diese Art und Weise tausende von Viren hergestellt hat, stirbt sie schließlich ab. Die Viren werden nun freigesetzt und versuchen, andere Wirtszelle zu infizieren und sich dort einmal mehr zu vermehren.

Aus einem Virus sind so tausende Viren entstanden, und wenn es nur hundert dieser Viren gelingt, eine Wirtszelle zu befallen, so entstehen in der zweiten Generation schnell hunderttausende von Viren.

Welche Rolle spielt das Immunsystem?

Damit dieser Vorgang nicht ungestoppt abläuft, gibt es noch das Immunsystem. Dieses hat die Aufgabe, die Vireninfektion zu stoppen. Damit das Immunsystem aber effizient gegen die Viren vorgehen kann, muss es erst lernen, wie es geeignete Antikörper gegen die Viren produzieren kann.

Dieser Lernvorgang dauert mindestens einige Tage, kann aber – wie dies auch bei den Warzenviren der Fall ist – viel längere Zeit andauern.

Bei einer normalen Erkältung merken wir meist bereits nach einigen Tagen, dass wir über den Berg sind und die Erkältungssymptome nachlassen. Genau dies ist der Zeitpunkt, an dem unser Immunsystem beginnt, die Erkältungsviren effektiv mit Hilfe der produzierten Antikörper zu bekämpfen.

Welche Viren verursachen Warzen?

Die Viren, die Warzen verursachen, gehören zu der Familie der Humanen Papillomviren. Diese Virenfamilie ist extrem widerstandsfähig und führ zu einer Infektion der Epithelschicht, die sich im Oberhautgewebe befindet. Das Epithelgewebe zählt zusammen mit dem Muskel-, Nerven- und Bindegewebe zu den sogenannten 4 Hauptgewebearten.

Nachdem ein Virus die äußere Schutzbarriere und auch die Hornhaut durchdrungen hat, kann es eine Epithelzelle infizieren. Es entstehen schließlich Warzenzellen, die dann mehr oder weniger zu wuchern beginnen. Das Ergebnis ist die Bildung einer Warze.

Eine Ausnahme stellen die sogenannten Dellwarzen dar. Sie werden nicht duch HPV, sonder durch ein Pockenvirus ausgelöst. Stielwarzen sowie Alterswaren haben andere Ursachen. Ihnen liegt keine Vireninfektion zugrunde.

Kategorisierung der HPV-Familie

Man hat inzwischen mehr als hundert verschiedene Warzentypen identifiziert, die zur Gruppe der Humanen Papillomviren gehören. Für eine bessere Übersicht hat man deswegen eine weitere Kategorisierung der Viren vorgenommen, die in Untergruppen von HP-Viren resultieren. Diese werden einfach durchnummeriert und mit HPV-1, HPV-2 etc. bezeichnet.

Da unterschiedliche Virenstämme auch zu unterschiedlichen Warzenarten führen, hat man die Kategorisierung sinnvollerweise so vorgenommen, dass Viren in der gleichen Untergruppe die gleichen Warzenarten hervorrufen können.

Eine weitere Unterscheidung, die man getroffen hat, ist die zwischen sogenannten Low-Risk-Viren und High-Risk-Viren. Das Risiko bezieht sich hierbei vor allem auf die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, desweiteren von einigen Krebserkrankungen im Anal und im Mundbereich.

Wo lauern die Warzenviren?

HPV wird sowohl durch Kontaktinfektion als auch durch Schmierinfektion übertragen.

Kontaktinfektion bedeutet, dass man sich direkt an einer anderen Warze anstecken kann. Dies kann sein

  1. beim Händeschütteln, wenn der andere eine Warze an der Hand hat.
  2. beim Geschlechtsverkehr, wenn der Sexualpartner unter Genitalwarzen (Feigwarzen) leidet, die im Übrigen nicht immer mit bloßem Auge sichtbar sind.
  3. beim Kratzen oder Berühren der eigenen Warze (Selbstansteckung)

Bei der Schmierinfektion gehen die Viren zunächst auf ein anderes beliebiges Objekt oder einen Gegenstand über. Da HP Viren extrem widerstandsfähig sind, können sie dort sehr lange überleben – auch wenn sie gar keine Lebewesen im eigentlichen Sinne sind. Besonders lange überleben Sie in feuchtem Milieu.

Klassisches Beispiel ist der Schwimmbadboden, über den vor allem Dornwarzen übertragen werden. Durch die meist aufgeweichte Haut haben diese Viren darüber hinaus auch noch leichtes Spiel, die oberste Hautschicht eines zu infizierenden Fußes zu überwinden.

Wie kann man der Ansteckung mit Warzenviren vorbeugen?

Mit folgenden Tipps minimieren Sie ihr Risiko zur Ansteckung:

  1. Verwenden Sie Kondome beim Geschlechtsverkehr mit neuen Sexualpartnern, bei dem Sie eine Infektion mit Genitalwarzen nicht ausschließen können.
  2. Vermeiden Sie es, eigene Warzen zu berühren oder gar an diesen zu kratzen, um eine Selbstansteckung und Verbreitung der Warze zu vermeiden.
  3. Tragen Sie unbedingt Badeschuhe sowohl in Schwimmbädern als auch in öffentlichen Duschen wie beispielsweise im Sportverein oder im Fitness-Studio.
  4. Pflegen Sie ihre Haut, so dass diese weich und geschmeidig bleibt, um Rissen und kleinen Verletzungen vorzubeugen, welche die Infektion begünstigen würden.
  5. Verwenden Sie eigene Hygieneartikel wie Handtücher, Nagelschere und Nagelfeile, Produkte zur Fußpflege etc., anstatt sie mit anderen Leuten zu teilen.
  6. Zuletzt hilft auch ein starkes Immunsystem, eine potentielle Infektion im Keim zu ersticken.

Fazit

Bis auf Stielwarzen und Alterswarzen werden Warzen durch Viren verursacht. Mit Ausnahme der Dellwarzen, die durch Pockenviren verursacht werden, gehören die Warzenviren zur Gruppe der Humanen Papillomviren mit einer Anzahl von mehr als hundert unterschiedlichen Virenstämmen. Je nach Virus-Untertyp entstehen dann unterschiedliche Warzenarten.

Da die HPV extrem widerstandsfähig sind, ist eine Ansteckung nicht nur durch direkten Kontakt, sondern auch indirekt über eine Schmierinfektion möglich. Sie haben erfahren, wo die größte Gefahr einer Ansteckung lauert und wie Sie sich am besten davor schützen können.

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