Kann man Warzen selbst ausbrennen?

Warzen durch Ausbrennung zu entfernen ist nur eine von vielen möglichen Therapieformen. Sowohl die Laserbehandlung als auch die sogenannte Elektrokoagulation sind Verfahren, die in der hautärztlichen Praxis zum Einsatz kommen. In beiden Verfahren kommt es zu extremer Hitzeentwicklung. Die Hitze zerstört die Haut-und die Warzenzellen, so dass es zum Absterben der Warze kommt.

Ein ähnliches Prinzip kommt bei der Kryotherapie (Vereisen der Warze) zum Einsatz. Nur ist es hier statt der Hitze eine extreme Kälte bis -190° Celsius, welche die Warzenzellen abtötet.

Doch kann man Warzen auch selbst ausbrennen? Theoretisch ja, wenn man die richtige Technik anwendet. Allerdings geschieht diese Behandlung natürlich auf eigene Gefahr. Man sollte schon etwas Mut aufbringen, um sich dieser Form der Selbstbehandlung zu unterziehen. Dafür wird man, falls alles gut funktionieren sollte, mit einer kurzen Therapiedauer und sehr geringen Kosten belohnt.

Lesen Sie weiter, um eine genaue Schritt-Für-Schritt-Anleitung zum Ausbrennen Ihrer Warze kennenzulernen.

Wie sie Ihre Warze eigenhändig ausbrennen können

Mit der im Folgenden beschriebenen Methode ist es Ihnen möglich, Ihre Warze quasi über Nacht oder innerhalb weniger Tage loszuwerden. Sie ist äußerst wirksam und dazu noch kostengünstig. Sie können damit Dornwarzen oder jede beliebige andere Warzenart behandeln.

Schritt 1:

Alles, was wir benötigen (außer eine Portion Mut), ist ein kleiner Lötkolben. Den gibt es bereits ab 10 Euro bei Amazon, Ebay oder in Ihrem Baumarkt zu kaufen.

Ein Lötkolben ist ein Gerät, mit dem Metalle aufgeschmolzen werden können, um dadurch unterschiedliche Bauteile miteinander zu verbinden. Er hat eine hierzu eine kleine Spitze, die zwischen 200° und 450° Celsius heiß werden kann. Diese heiße Spitze ist hervorragend für unseren Zweck geeignet.

Alternativ zum Lötkolben kann man auch den Muttermal Entfernungsstift verwenden.

Schritt 2:

Schließen Sie den Lötkolben an die Stromversorgung an und warten, bis er seine Betriebstemperatur erreicht hat.

Schritt 3:

Beginnen Sie nun vorsichtig, Ihre Warze mit dem Lötkolben auszubrennen. Dieser Vorgang ist normalerweise nicht so schmerzhaft, wie er sich anhört. Denn die Warze besteht hauptsächlich aus schmerzempfindlicher Hornhaut. Natürlich geht das Ganze aber auch nicht ganz schmerzlos über die Bühne.

Unser Ziel ist es übrigens nicht, die Warze herauszubrennen, sondern die Warze so weit zu verbrennen, dass sie abstirbt und in der Folge von selbst abfällt – bzw. vom Körper abgestoßen wird.

Sobald der Lötkolben seine Betriebstemperatur erreicht hat, drücken Sie den Lötkolben punktweise für kurze Zeit auf die Warze. Tun Sie dies in einer kreisförmigen Bewegung vom äußeren Rand der Warze in Richtung Mitte der Warze – also spiralförmig. Sehen Sie sich hierzu das Video an, welches diesen Vorgang sehr deutlich illustriert (ab 1:40 Minuten).

Legen Sie eine Pause von etwa einer Minute ein, um anschließend den Vorgang ein weiteres Mal zu wiederholen. Achten Sie darauf, dass jede Stelle der Warze mit der Spitze des Lötkolbens behandelt wurde. Wiederholen Sie den Vorgang insgesamt bis zu drei oder vier Mal.

Innerhalb der nächsten drei bis vier Stunden sollte es zu einer Schwellung der Warze kommen (ähnlich einer Brandblase). In den meisten Fällen fällt die Warze innerhalb der nächsten 24 Stunden oder sogar schon über Nacht ab, es kann aber auch einige Tage dauern, bis dies geschieht.

Tipp:

Wenn Sie Ihre Warze mit einem Lötkolben ausbrennen möchten, können Sie vorher die Haut/Warze durch die Anwendung von Anbesol betäuben. Dies ist ein Gel mit dem Wirkstoff Benzocaine, welches eigentlich zur Schmerzlinderung im Mund gedacht ist. Es kann aber ebenso zur Schmerzlinderung auf die Warze aufgebracht werden. Der Vorgang des Ausbrennens wird dadurch nochmals deutlich angenehmer.

Die Ausbrenn-Methode im Vergleich zu anderen Warzenmitteln

Warum sollten Sie aber diese Methode anwenden und nicht einfach zu einem der unzähligen Warzenmittel aus der Apotheke greifen?

Nun, diese Methode ist einfach um ein Vielfaches wirksamer als die üblichen säurehaltigen Mittel (meist mit Salicylsäure, Milchsäure oder Trichloressigsäure). Diese Mittel führen zu einem schichtweisen Abtragen der oberen Hautschichten. Sie müssen meist über einen Zeitraum von 6-12 Wochen täglich angewendet werden.

Dies führt zu einem enormen Zeitaufwand und ist zudem auch nicht schmerzfrei. Außerdem ist hier die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Warze nicht vollständig abgetötet wird und deswegen nach einiger Zeit wiederkommt.

Die Methode des Verbrennens dagegen erfordert nur einmaligen Aufwand und führt deutlich schneller zum Erfolg. Beachten Sie außerdem, dass selbst die Laserbehandlung zu Schmerzen führt, die mindestens genauso groß sind wie mit dieser Methode. Zudem ist die Laserbehandlung noch deutlich teurer.

Welche Alternativen gibt es?

Falls Sie es sich nicht zutrauen, Ihre Warze selbst auszubrennen, können Sie natürlich auch die Hilfe Ihres Hautarztes in Anspruch nehmen.

Rechnen Sie aber damit, dass Sie die Kosten im Allgemeinen selbst tragen müssen. Je nach Anzahl, Größe und Tiefe der Warze und dem jeweiligen Verfahren können Sie mit 50 bis mehrerer hundert Euro rechnen. Lassen Sie sich in jedem Falle einen Kostenvoranschlag machen, damit Sie von der Rechnung nicht überrascht werden.

Folgende Verfahren versprechen schnelle Erfolge:

  1. Kryotherapie: die Warzen werden mit Hilfe von Flüssigstickstoff bei Temperaturen bis -190°C vereist.
  2. Chirurgische Entfernung: die Warzen werden unter lokaler Betäubung vom Arzt herausgeschnitten.
  3. Lasertherapie: die obersten Hautschichten der Warze werden mit einem Laser bestrahlt.
  4. wIRA-Therapie: bei dieser neuen Methode kommt Infrarot-A-Strahlung zum Einsatz, die gezieht die Warzenviren abtöten soll.

Kryotherapie

Durch die extreme Kälte kommt es zum Absterben sowohl der Warzenzellen als auch der Warzenviren selbst.

Während beim Hautarzt durch die Verwendung von Flüssigstickstoff Temperaturen von bis zu -190° Celsius eingesetzt werden, sind bei der Verwendung von Vereisungsprodukten aus der Apotheke nur Temperaturen zwischen -50° und -80° Celsius möglich – je nach Präparat.

Die Hersteller behaupten, dass meist schon eine Anwendung ausreiche. In der Praxis können Sie aber damit rechnen, dass Sie ihre Warze mindestens drei bis vier Mal im Abstand von drei bis vier Wochen vereisen müssen, um die Warze dauerhaft zu entfernen.

Chirurgische Entfernung

Die Warze wird im Rahmen einer kleinen Operation (OP) herausgeschnitten.

Aufgrund der lokalen Betäubung ist der Eingriff an sich schmerzfrei. Allerdings kann es nach dem Nachlassen des Betäubungsmittels zu stärkeren Schmerzen kommen.

Die blutende Wunde muss intensiv nachversorgt werden, um eine Infektion zu vermeiden. Bis die Wunde geschlossen und einigermaßen abgeheilt ist, vergehen mehrere Wochen.

Lasertherapie

Hier kommen unterschiedliche Wirkprinzipien zum Einsatz:

  1. Abtragung der Warze: Durch einen CO2-Laser oder einen Erbium YAG Laser wird - ganz ähnlich wie beim eigenhändigen Herausbrennen der Warze – die Warze herausgebrannt. Es kann zur Narbenbildung kommen.
  2. Verödung der Blutgefäße: bei diesem Verfahren werden (mit einem gepulsten Farbstofflaser) nur die Blutgefäße, die die Warze versorgen, verödet. Durch die fehlende Blutzufuhr stirbt die Warze schließlich selbst ab. Auch wenn diese spezielle Form der Behandlung aufwendig und auch ein wenig schmerzhaft sein kann, so ist dieses Verfahren dennoch als recht schonend zu bezeichnen, benötigt aber mehrerere Sitzungen.

wIRA-Therapie

Diese recht neue und moderne Form der Warzentherapie wurde in der Hautklinik der Universität Jena entwickelt. Hierbei werden die Warzen mit einer besonders intensiven Infrarot-Strahlung einer bestimmten Wellenlänge (780nm=Infrarot-A) bestrahlt.

wIRA steht für wassergefiltertes Infrarot A. Denn die anderen Anteile des Infrarot-Spektrums (Infrarot B sowie Infrarot C) werden durch einen Wasserfilter ausgefiltert. Infrarot A ist besonders tiefenwirksam und auch hautschonender im Vergleich zu Infrarot B und C.

Nach einer einwöchigen Vorbehandlung mit hornhautlösenden Mitteln wird die Warze insgesamt 30 Minuten lang bestrahlt. Die Behandlung muss mehrmals (bis zu zehn Mal) in kürzeren Zeitabständen von einigen Tagen wiederholt werden.

In einer Studie, die an der Universität von Jena mit 80 Patienten durchgeführt wurde, konnte bereits nach drei Behandlungen eine Schrumpfung von 80% nachgewiesen werden. Und dies bei Patienten, die bisher mit keiner der üblichen Warzentherapien Erfolg hatten.

Das Verfahren ist demnach eine letzte Hoffnung für austherapierte Patienten, die schon alles Mögliche gegen Ihre Warze ohne Erfolg ausprobiert haben.

Fazit

Allen Methoden der Warzenentfernung - auch die der gängigen Warzentinkturen - haben eine Gemeinsamkeit. Die Warzenzellen müssen zerstört und abgetragen werden.

Dies geht besonders gut und schnell mit Kälte, aber noch besser mit Hitze. Ob die Hitze dabei von einem High-Tech-Laser oder einem Lötkolben kommt, ist den Warzenzellen letztendlich egal.

Falls Sie mutig sind, wissen Sie nun, welche genauen Schritte sie durchführen müssen, um Ihre Warze selbst auszubrennen. Selbstverständlich können Sie sich aber auch mit einer der vorgestellten Methode bei Ihrem Hausarzt behandeln lassen.

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