Was bedeuten die schwarzen Punkte auf meiner Warze?

Warzen sind Hautwucherungen, die an allen möglichen Stellen im Körper vorkommen können.

Das genaue Aussehen kann dabei sowohl in Form, Größe und Farbe stark variieren. Zudem ändert sich das Aussehen der Warze im Laufe der Zeit.

Sehr oft kommt es auch zu schwarzen Punkten auf der Warze, die fälschlicherweise für den Kern oder die Wurzel der Warze gehalten werden.

Tatsächlich handelt es sich bei den schwarzen Punkten, die nicht nur in der Mitte der Warze auftreten, um kleinste Blutgefäße (sogenannte Kapillare bzw. Kapillargefäße), die sich bei manchen Warzen im Laufe der Zeit ausbilden. Diese sind völlig harmlos und bedürfen keiner besonderen Behandlung.

Oftmals entstehen diese schwarzen Punkte auf der Warze auch während einer Warzenbehandlung. Denn durch die Behandlung der Warze, z.B. mit verätzenden Mitteln wie Salicylsäure, Milchsäure oder Trichloressigsäure, wird ja die Warze Schicht für Schicht abgetragen.

Je weiter die Therapie fortgeschritten ist, desto tiefere Schichten der Warze erreicht man dann, so dass die Blutgefäße aus den unteren Hautschichten eher in Erscheinung treten können.

Falls dies bei Ihnen der Fall ist, so ist dies ein Hinweis darauf, dass bereits ein Großteil der obersten Hautschicht (Epidermis) abgetragen wurde. Dies ist an sich nicht schlimm, sondern auch gewünscht.

Allerdings besteht nun auch eine erhöhte Gefahr, dass die Warze zu bluten beginnt, wenn noch weitere Hautschichten abgetragen werden. Deswegen sollten Sie entweder eine kleine Pause einlegen oder die Intensität etwas reduzieren, um das Risiko von Blutungen zu stoppen.

Im weiteren möchte ich Ihnen etwas genauer erläutern, wie es zu den schwarzen Punkten auf Ihrer Warze kommen kann. Dazu muss ich ein wenig auf den anatomischen Aufbau der Haut eingehen. Ich versuche es aber, so einfach wie möglich zu halten.

Wie ist die Haut aufgebaut?

Unsere Haut besteht aus drei Schichten:

  1. Die unterste Schicht wird auch Unterhaut (Subcutis) genannt. Sie enthälten neben subkutanem Fettgewebe auch lockeres Bindegewebe sowie die größeren Blutgefäße.
  2. Darüber liegt die sogenannte Lederhaut (Dermis, Corium). Sie besteht überwiegend aus Bindegewebsfasern und glatter Muskulatur (zur Temperaturregelung).
    In ihr verlaufen nicht mehr die größeren Blutgefäße, sondern noch wesentlich kleinere Blutgefäße mit kleinerem Durchmesser, die sogenannten Kapillare (wegen ihrer so feinen Struktur auch Haargefäße genannt).
    In diesen kleinen Blutgefäßen findet der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe statt.
  3. Die Oberhaut (Epidermis) bildet die oberste Ebene. Sie besteht aus Epithelgewebe, welches je nach Belastung mehr oder weniger verhornen kann. Es entsteht dann je nach Stelle mehr eine mehr oder weniger dicke Hornhautschicht.

In welcher Hautschicht bildet sich die Warze?

Es kann zu einer Infektion von Epithelzellen durch ein Virus kommen, wenn es dem Virus gelingt, die Hornhautschicht und die natürliche Schutzbarriere der Oberhaut zu überwinden kann. Die Infektion mit Warzenviren wird durch leichte Verletzungen oder Risse in der Haut (Mikrotraumen) erleichtert.

Es kommt schließlich zur Infektion der Epithelzellen. Falls diese infizierten Zellen nicht rasch vom Immunsystem eliminiert werden können,  beginnen diese Warzenzellen zu wuchern und es entsteht eine Warze. Dieser Vorgang kann zwischen zwei und neun Monaten dauern. Erst dann wird die Warze mit bloßem Auge erkennbar.

In den meisten Fällen gehören die Warzenviren zur Familie der Humanen Papillomaviren. Lediglich sogenannte Dellwarzen werden durch einen Virusstamm aus einer anderen Familie ausgelöst, nämlich den Pockenviren.

Zuletzt gibt es noch die Stielwarzen und die Alterswarzen, denen keine Virusinfektion zugrunde liegt. Solche Warzen entstehen auf andere Art und Weise und sind nicht Thema dieses Artikels.

Blutversorgung von Haut und Warze – wie die schwarzen Punkte enstehen

Die Blutversorgung der Haut findet über die Blutkapillaren in der Lederhaut sowie durch etwas größere in der Unterhaut verlaufende Blutgefäße statt.

Die Warze selbst befindet sich als eine Wucherungen des Epithelgewebes in der Oberhaut, so dass die Blutversorgung der Warze ebenfalls durch darunterliegende Blutgefäße und Kapillare stattfindet.

Diese Blutgefäße sind also im Normalfall einfach nicht sichtbar, da sie sich unter der Warze befinden.

Unterschiedliche Möglichkeiten können dazu führen, dass die Blutgefäße in Form von schwarzen Punkten sichtbar werden:

  1. Die Blutgefäße wachsen von der Lederhaut nach oben in die Warze hinein. Genau dies ist der Fall, wenn die schwarze Punkte sichtbar werden, ohne dass Sie die Warze behandelt hätten.
  2. Die obersten Hautschichten wurden durch die Behandlung der Warze bereits so stark abgetragen, dass die Blutgefäße sichtbar werden. Da die oberste Hautschicht in diesem Falle sehr dünn ist, besteht eine erhöhte Gefahr für Blutungen (nach außen) oder Einblutungen (innen). Diese Einblutungen sind eine Art Mini-Bluterguß, bei denen das geronnene Blut in Form von etwas größeren Flecken sichtbar wird.

Haben Warzen einen Kern oder eine Wurzel?

Oftmals werden die schwarzen Punkte auch für den Kern oder die Wurzel der Warze gehalten. Dies ist jedoch falsch.

Warzen haben weder einen Kern noch eine Wurzel, wie manchmal behauptet wird. Es reicht also nicht aus, lediglich einen Kern oder eine Wurzel der Warze zu entfernen mit der Hoffnung, der Rest der Warze würde dann automatisch mitverschwinden.

Zwar haben Dornwarzen haben einen sogenannten Stachel, der in die Tiefe wachsen kann. Dieser Stachel bildet sich aber nur aus dem Grund aus, weil die Warze an der Fußsohle wegen des ständigen Druckes durch Stehen und Laufen nicht nach außen wachsen kann.

Der Stachel bzw. der Dorn solcher Warzen muss genauso wie jeder andere Teil einer Warze entfernt werden, um die Warze vollständig und nachhaltig zu beseiten. Bleibt nur ein minimaler Rest der Warze übrig, kommt es über kurz oder lang zur Neubildung der Warze.

Was bedeutet es, wenn sich die gesamte Warze schwarz verfärbt?

Die gesamte dunkle bis schwarze Verfärbung der Warze ist ebenfalls ein Phänomen, welches man sehr häufig während oder nach der Behandlung einer Warze beobachten kann. Es kommt nach dem Vereisen der Warze, aber auch nach der Verwendung von säurehaltigen Mitteln sowie nach dem Gebrauch von Hausmitteln vor.

Durch die Behandlung kommt es zu abgestorbenem Gewebe und abgestorbenen Hautfetzen. Diese treten in Form von dunklen Flecken in Erscheinung oder die gesamte Warze verfärbt sich dunkel bis schwarz. Es ist somit ein Anzeichen, dass die Behandlung der Warze anschlägt. Führen Sie ihre Behandlung einfach fort, wie Sie es bisher getan haben.

Was tun, wenn die Warze blutet?

Grundsätzlich ist es nicht außergewöhnlich, wenn eine Warze beginnt zu bluten. Warzen werden mit zunehmendem Alter immer größer und rauer. Dies kann zur Bildung von Hauteinrissen führen, die dann zu bluten beginnen können.

Auch bei der Behandlung von Warzen kommt es oft zu Blutungen, denn durch das Abtragen der Hautschichten wird die Haut immer dünner und anfälliger für Verletzungen. Setzen Sie in diesem Falle einfach Ihre Behandlung für ein paar Tage aus, damit sich die Haut generieren kann.

Falls es nach der Wiederaufnahme der Behandlung erneut zu Blutungen kommt, sollten Sie die Intensität der Behandlung reduzieren, z.B. das Warzenmittel nur noch alle zwei Tage statt jeden Tag auftragen.

Blut an solches ist eigentlich nicht ansteckend, da sich die Warzenviren nur auf der Hautoberfläche befinden. Dennoch kann das Blut dazu beitragen, die Viren, die sich auf der Warze und der Hautoberfläche befinden, zu verbreiten. Die Viren gelangen also erst von der Hautoberfläche in das bereits ausgetretene Blut. Dieses sollten Sie deswegen immer abtupfen. Außerdem ist es ratsam, die Hände zu desinfizieren und gut zu waschen.

Falls es immer wieder zu Blutungen kommt oder falls Sie die Blutungen nicht selbst in den Griff bekommen, sollten Sie jedoch nicht zögern, einen Hautarzt aufzusuchen.

Was bedeuten die roten Punkte auf der Warze?

Die roten Punkte haben die gleiche Ursache wie die schwarzen Punkte. Es handelt sich hierbei also ebenfalls um kleinste Blutgefäße. Ist das Blut bereits geronnen, sind die Punkte dunkel bis schwarz; das ungeronnene Blut führt dagegen zu roten bis dunkelroten Punkten.

Fazit

Sowohl schwarze als auch rote Punkte sind nichts Außergewöhnliches und sind kein Grund zur Beunruhigung. Denn es  handelt sich hierbei lediglich um harmlose Blutgefäße mit rotem oder dunklem geronnenem Blut.

Auch eine Verfärbung ins Dunkle oder Schwarze, wie sie während oder nach der Behandlung von Warzen vorkommt, ist vollkommen normal.

Falls es bei der Warze jedoch zu Blutungen kommen sollte, ist erhöhte Vorsicht wegen der Gefahr der Verbreitung der Warze geboten.

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